Magazin Aus der Praxis 14.07.2026

Aus dem Notfallkoffer

Das Backup, das nie getestet wurde

Fast jede Firma hat ein Backup. Deutlich weniger haben eines, aus dem sich im Ernstfall auch etwas zurückholen lässt. Der Unterschied zeigt sich immer am schlechtesten Tag.

Ein Backup ist kein Zustand, sondern ein Versprechen: dass sich Daten zurückholen lassen. Ob das Versprechen hält, weiss man erst, wenn man es einlöst — und der ungünstigste Zeitpunkt dafür ist der Ernstfall.

Was in der Praxis schiefgeht

Die Fälle, die IPSUM IT begegnen, wiederholen sich mit erstaunlicher Regelmässigkeit:

  • Die Sicherung läuft seit Monaten in einen vollen Datenträger und meldet den Fehler an eine Mailadresse, die niemand mehr liest.
  • Gesichert wird die Datenbank, aber nicht die Datei-Anhänge daneben.
  • Das Backup liegt auf demselben NAS wie die Produktivdaten — und damit im selben Verschlüsselungsradius einer Ransomware.
  • Die Wiederherstellung funktioniert technisch, dauert aber vier Tage. Für ein Unternehmen, das nach vier Stunden stillsteht, ist das kein Backup.

Die einzige Prüfung, die zählt

Nicht „läuft die Sicherung durch“, sondern: eine Datei aus dem Backup zurückholen, ohne die Produktivumgebung anzufassen. Vierteljährlich, mit Datum protokolliert. Das dauert zwanzig Minuten und ersetzt jede Diskussion über Sicherungsstrategien.

Wer dabei feststellt, dass die Wiederherstellung länger dauert als das Unternehmen ausfallen darf, hat kein Backup-Problem, sondern ein Verfügbarkeitsproblem. Das ist eine andere Frage — aber eine, die man dann wenigstens kennt.

Drei Kopien, zwei Medien, eine ausser Haus

Die alte 3-2-1-Regel ist unspektakulär und hält sich seit Jahrzehnten, weil sie funktioniert. Wichtig ist nur, dass die Kopie ausser Haus wirklich getrennt ist: ein zweiter Ordner auf demselben Server zählt nicht, ein dauerhaft eingebundenes Netzlaufwerk auch nicht.

Klingt nach Ihrer Lage?

Wenn Sie beim Lesen an Ihr eigenes System denken mussten: schreiben Sie kurz, worum es geht. Die Rückmeldung kommt innerhalb eines Arbeitstags.

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Weiterlesen

  1. Ernstfall

    Der Tag, an dem das Handy weg ist

    Der zweite Faktor liegt bei fast allen auf demselben Gerät. Verschwindet es, ist nicht ein Zugang gesperrt, sondern jeder — und die Wiederherstellung braucht genau das, was fehlt.

  2. Einführung

    Ein Passwortmanager für zwölf Leute

    Die geteilte Tabelle funktioniert erstaunlich lange. Sie fällt erst auf, wenn jemand geht — oder wenn niemand mehr sagen kann, wer das Passwort für den Router kennt.