Magazin Technik 07.09.2024

Webentwicklung

Mobil ist nicht die kleine Version

Fast jede Website ist heute responsiv. Trotzdem sind viele auf dem Telefon mühsam — weil „responsiv“ nur beschreibt, dass nichts überläuft, nicht dass etwas funktioniert.

Der Nachweis ist schnell erbracht: Fenster schmaler ziehen, alles rutscht untereinander, fertig. Nur beschreibt das keinen guten mobilen Auftritt, sondern nur die Abwesenheit eines offensichtlichen Fehlers.

Was auf dem Telefon zählt

Ladezeit über Mobilfunk. Nicht im Büro-WLAN, sondern unterwegs mit schwachem Empfang. Der grösste Hebel sind fast immer die Bilder: ein Foto in Originalgrösse kostet mehrere Megabyte und wird auf 400 Pixel Breite angezeigt.

Die Telefonnummer. Sie sollte antippbar sein und nicht als Bild in der Kopfzeile stehen. Bei einem lokalen Dienstleister ist der Anruf der häufigste Abschluss — und die häufigste verpasste Gelegenheit.

Bedienflächen. Ein Link im Fliesstext ist mit dem Daumen schwer zu treffen. Alles, was angetippt werden soll, braucht Fläche und Abstand.

Formulare. Das richtige Tastaturlayout je Feld, keine Pflichtangaben, die man unterwegs nicht kennt, und eine Fehlermeldung, die sagt, welches Feld gemeint ist.

Der Test, der wirklich etwas zeigt

Nicht das schmale Browserfenster am Schreibtisch, sondern: das eigene Telefon, draussen, mit den Daten des Mobilfunkanbieters, und eine konkrete Aufgabe — „finde die Öffnungszeiten und ruf an“. Wer dabei zweimal zoomen muss, hat die Antwort.

Was das mit Sichtbarkeit zu tun hat

Suchmaschinen bewerten seit Jahren die mobile Fassung einer Seite, nicht die für den Bildschirm. Eine Seite, die auf dem Telefon langsam ist, ist damit nicht nur unangenehm, sondern auch schlechter auffindbar. Das ist selten der Grund, es zu ändern — aber ein brauchbares Argument gegenüber dem Budget.

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