Cloud
Was nicht in die Cloud gehört
Die Frage wird fast immer als Grundsatzentscheidung gestellt — Cloud oder nicht. Sinnvoll ist sie nur pro Anwendung, und die Antwort fällt dann selten einheitlich aus.
Cloud-Gespräche laufen erstaunlich oft auf eine Glaubensfrage hinaus: alles hinein oder alles behalten. Beide Antworten sind für einen mittelständischen Betrieb meistens falsch, weil sie unterschiedliche Anwendungen gleich behandeln.
Was gut hineinpasst
Mail und Zusammenarbeit — dort ist der Betrieb eines eigenen Servers heute kaum noch zu rechtfertigen. Eine zweite Sicherungskopie ausser Haus. Alles, worauf von unterwegs zugegriffen wird. Und jede Anwendung, die ohnehin nur im Browser läuft.
Was oft besser bleibt, wo es ist
- Grosse Dateien in ständigem Zugriff. CAD-Modelle, Videoschnitt, Bildarchive. Wer sie über eine Leitung mit 40 Mbit/s im Upload bearbeitet, merkt den Unterschied jede Minute.
- Maschinensteuerung und Messtechnik. Was in der Produktion hängt, hängt nicht am Internet.
- Fachanwendungen mit Lizenzbindung, die auf einem bestimmten Server laufen müssen. Der Umzug kostet hier oft mehr als der Betrieb.
- Alles, was auch bei Leitungsausfall funktionieren muss. Die Auftragserfassung gehört häufiger dazu, als man denkt.
Die Rechnung, die selten gemacht wird
Ein Server kostet einmal und wird abgeschrieben. Cloud kostet monatlich, dauerhaft, und wächst mit der Nutzung. Über fünf Jahre gerechnet drehen sich manche Vergleiche um — vor allem dann, wenn Datenmengen anfallen, deren Abruf separat verrechnet wird.
Dazu kommt die Leitung ins Haus. Sie ist der Flaschenhals, über den in keinem Angebot steht, und sie wird zur teuersten Position, sobald sie nicht reicht.
Die brauchbare Frage
Nicht „Cloud, ja oder nein?“, sondern: Welche dieser sieben Anwendungen läuft draussen besser, welche drinnen — und was kostet jede Variante über fünf Jahre? Diese Antwort ist gemischt, und das ist kein Kompromiss, sondern das Ergebnis.
Klingt nach Ihrer Lage?
Wenn Sie beim Lesen an Ihr eigenes System denken mussten: schreiben Sie kurz, worum es geht. Die Rückmeldung kommt innerhalb eines Arbeitstags.
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